Presseberichte

Übergewicht ist in den letzten Jahrzehnten zu einem der größten Gesundheitsprobleme in Österreich geworden. Statistisch haben 20% der Bevölkerung deutliches Übergewicht.

Starkes Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern auch Schrittmacher für viele sogenannte Zivilisationskrankheiten, z. B. die Zuckerkrankheit.

Ursachen von Übergewicht

Die Ursachen von Übergewicht sind vielfältig und werden gerade mit großem Aufwand erforscht. Eines steht ganz sicher fest: Übergewicht ist nicht allein das Resultat von Trägheit und Willensschwäche der Menschen. Man weiß heute, dass es für Übergewicht eine genetische Veranlagung gibt.

Menschen mit dieser Veranlagung können im Laufe ihres Lebens übergewichtig werden. Ohne entsprechende Umwelt- und Lebensbedingungen kommt es jedoch auch bei einer solchen Veranlagung nicht zwangsläufig zu Übergewicht.

Auch bestimmte gesellschaftliche und traditionelle Faktoren gehören zu den übergewichtsfördernden Umweltbedingungen, die der einzelne Mensch nicht selbst beeinflussen kann. Dennoch haben auch Übergewichtige die Möglichkeit, ihr Gewicht in individuellen Grenzen zu verändern.

Ein weiterer Lebensbereich, der erheblichen Einfluß auf die Ausprägung von Übergewicht haben kann, ist die körperliche Aktivität im Berufsalltag und in der Freizeit. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten am meisten verändert: Früher mussten die Menschen im Beruf körperlich aktiv sein und haben viele Kalorien verbrannt, heute dagegen werden die schweißtreibenden Aufgaben zunehmend von Maschinen und Robotern übernommen - Der Mensch bedient die Technik nur noch, sitzt am Schreibtisch, Telefon oder Bildschirm. Auch unsere Freizeit verbringen wir mehr und mehr inaktiv vor dem Fernseher, mit Essen, Musikhören, Lesen, Autofahren ... Das wird gerade für die Menschen zum Problem, die eine genetische Veranlagung zum Übergewicht haben.

Grundumsatz
Der Grundumsatz der Menschen ist unterschiedlich, das hängt auch mit den Bewegungsgewohnheiten zusammen.
In einer kleinen Studie wurden je zehn dicke und schlanke Personen
beobachtet und ihre Bewegungen rund um die Uhr aufgezeichnet. Ergebnis:
Die Dünnen bewegten sich täglich über zwei Stunden mehr als die Dicken.
Selber schuld? Wie man's nimmt. Das Bewegungsverhalten und der
Grundumsatz des Körpers scheinen - das haben Zwillingsstudien gezeigt -
zum großen Teil in den Genen zu liegen.

Die richtige Art, Übergewicht zu messen

Früher wurde die Körperfülle nach dem Broca-Index gemessen: Körpergröße
in Zentimetern minus 100 entsprach dem Normalgewicht. Mittlerweile hat
sich der Body-Mass-Index durchgesetzt: Körpergewicht geteilt durch das
Quadrat der Körpergröße in Metern. Alles über 25 gilt gemeinhin als
Übergewicht. Aus gesundheitlicher Sicht sind beide Indizes
problematisch, da sie den Körperbau außer acht lassen. Ein
durchtrainierter, muskulöser Sportler rutscht beim BMI schnell in den
Bereich des Fettleibigen. Viel entscheidender ist die sogenannte
Waist-Hip-Ratio - der Quotient des Umfangs von Bauch zu Hüfte, gemessen
am Bauchnabel und am Oberrand der Hüftknochen. Hiermit lassen sich zwei
Fettverteilungsmuster messen: Der Birnentyp mit ausgeprägtem Fettdepot
am Gesäß ist bei gleichem Gewicht und BMI gesundheitlich deutlich
günstiger dran als der Apfeltyp mit dickem Bauch. Denn beim Apfeltyp
lagern sich die Fettpolster in der Bauchhöhle an - was ein erhöhtes
Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten mit sich bringt.




Fettverteilung

Nicht nur der BMI, sondern auch die Fettverteilung in Ihrem Körper ist für das gesundheitliche Risiko entscheidend. In diesem Zusammenhang wird vom Apfel- oder Birnentyp gesprochen. Bei Frauen findet man häufig den Birnentyp mit Fettdepots an den Hüften und Oberschenkeln. Diese sind zwar optisch nicht schön aber wesentlich ungefährlicher als das Bauchfett beim Apfeltyp. Bauchfett geht immer auch mit der Verfettung innerer Organe einher und ist ein Risikofaktor für Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck und Diabetes.



Welcher Fettspeichertyp sind Sie?




Bauchumfang

Bei Bauchumfang gelten folgende Werte:

FrauenMännerGesundheitliches Risiko> 88 cm> 102Hochbis 80 cmbis 94Gering81 - 88 cm95 - 102Erhöht
Waist to Hip Ratio
Ein anderes Maß, die Fettverteilung zu beurteilen ist die Waist to Hip Ratio,
das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang.

WHR=Taillenumfang


Hüftumfang    



Der Wert sollt bei Frauen unter 0,85 und bei Männern unter 1,0 liegen.

Sind Schlanke gesünder?
Nachdem in der Vergangenheit viele große Studien bewiesen haben, dass Übergewicht und Adipositas verschiedene insbesondere „Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck“ verstärkt hervorrufen kann hat sich seit kurzem auch ein sogenanntes „Adipositas-Paradoxon“ gezeigt, dass nämlich Übergewichtige und Adipöse mit chronischen Krankheiten eine bessere Lebenserwartung haben als Normalgewichtige und Untergewichtige. Dies wird einfach gesagt auf die „Auszehrung“ des Körpers durch chronische Krankheiten erklärt, wes halb Menschen mit „Reserven“ besser geschützt sind. Allerdings scheint dieses Phänomen nicht für Menschen zu gelten, die bewußt abnehmen.



Die Abendmahlzeit setzt mehr an

Magen und Darm verwerten zu jeder Tages- und Nachtzeit den gleichen
Anteil der Nahrung. Die einzige Nebenwirkung einer nächtlichen Mahlzeit
kann Völlegefühl im Bett sein. Die Erfahrung, daß ein warmes Essen am
Abend dick macht, ist vielleicht dadurch zu erklären, daß man sich
abends mehr Zeit nimmt und größere Mengen ißt. Oder daß man Defizite vom
Tag abends mehr als ausgleicht: "Wir neigen dazu, am Tag zuwenig zu
essen und das dann durch eine Supermahlzeit am Abend
überzukompensieren", sagt Dr. Sahba Enayati. "Wir haben einen täglichen Bedarf von etwa 2000 Kilokalorien. Wann die aufgenommen werden, ist wenig von Bedeutung."

Die klassische Maßnahme, die übergewichtige Menschen ergreifen, um Gewicht abzunehmen, sind kurzfristige Diäten. Das Problem an Diäten ist, dass die zur Abnahme genutzten Prinzipien meist sehr einseitig und nicht durchzuhalten sind.

So machen die meisten schon nach wenigen Tagen oder Wochen Schluss mit der Diät. Nach Ende der Diät können die Menschen das Gewicht aber nicht halten, weil ihr Energieverbrauch durch die Diät zurückgegangen ist, sie aber wieder so essen und trinken wie vorher.

Kurzfristige Diäten machen langfristig dicker

Um ein niedrigeres Gewicht zu halten, muss langfristig - über das Ende der Diät hinaus - etwas geändert werden. Und genau dabei hilft keine "Diät".

Wer nach einer Diät wieder so isst und trinkt wie vorher und nicht körperlich aktiv ist, wird wieder zunehmen.
Zur erfolgreichen und langfristigen Gewichtsabnahme gehört mehr als eine kurzfristige und einseitige Diät. Das haben die meisten Übergewichtigen schon am eigenen Leibe festgestellt: Kurzfristige Diäten machen langfristig eher dicker als dünner. Auch der Begriff „Diät“ kommt aus dem Grieschichen und bedeutet „Lebensweise“. Das Gewichts sollte daher nur langsam mit nur 1-2 Kilo monatlich reduziert werden, um diesen Erfolg möglichst auch halten zu können.



Ziele
Viele Menschen setzen sich zu hohe Ziele beim Abnehmen und werden dadurch nur frustiert. So wie man in der Regel nur langsam zunimmt, sollte auch nur langsam wieder abgenommen werden, ausserdem sollten Etappenziele gesetzt werden und in der Regel maximal 5-10% Gewichtsabnahme als langfristiges Ziel angestrebt werden.

Diätformen
Eine Reihe sehr großer Studien mit über 20.000 Patienten untersuchte die Effektivität verschiedener Diäten auf die Gewichtsabnahme. Es zeigte sich, dass es keinen Unterschied machte, ob man eine fettreduzierte, Kohlenhydratreduzierte oder eiweißarme oder eiweißreiche Diät durchführte. Letztlich kommt es auf die Reduzierung der Kalorienzahl und eine gute Betreuung an. Je länger die Betreuung, desto größer die Erfolge!

Diäten, die in Mode sind
Diese Rubrik würde ich füllen, wenn noch Platz sein sollte.

Medikamentöse Behandlung
Es gbit verschiedene Medikamente in der Schulmedizin aber auch in der Alternativmedizin, die durch einen erhöhten Energieverbrauch oder durch verringerte Energieaufnahme wie z.B. durch Bindung von Fett im Darm oder frühzeitigeres Sättigungsgefühl zu einer Gewichtsabnahme führen. Allen diesen Maßnahmen ist gemein, dass sie nur solange wirken, wie die Einnahme dauert und sich dieser Effekt nur halten läßt, wenn sich in der Zwischenzeit auch eine Änderung des Lebensstils mit richtiger Ernährung und viel Bewegung umgesetzt wurde.

Operationen.
Für Menschen mit sehr starker Adipositas ist auch eine Operation zu überlegen. Diese haben zwar auch Nachteile und Nebenwirkungen, sollte die Adipositas aber bereits zu starken gesundheitlichen Problemen geführt haben, kann sie eine sinnvolle Therapie sein. Diese Entscheidung muss aber individuell mit dem Arzt besprochen werden.

Kneipp
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