Diabetes
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Definition
Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselkrankheit, die auf einen absoluten oder relativen Insulinmangel zurückzuführen ist.
Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Seine Hauptaufgabe ist die Aufnahme von Zucker (Glucose) aus dem Blutstrom in die Zellen. Fehlt dieses Hormon, kann der Zucker nicht in die Zellen "eingeschleust" werden und es kommt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels (=Hyperglykämie).
Es gibt zwei wesentliche Formen des Diabetes:
• Typ-1-Diabetes
Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel am Hormon Insulin. Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dies ist der klassische Insulinmangeldiabetes, der meist schon im Kindes- oder Jugendalter beginnt.
• Typ-2-Diabetes
Typ-2-Diabetes entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz). Zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes wird auch als Altersdiabetes bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt. Heute trifft der Altersdiabetes aber auch stark übergewichtige Jugendliche. Diabetes Typ-2 ist eine Wohlstandskrankheit. Besonders bei Menschen, deren Körperfett sich am Bauch (Bauchfett) konzentriert, ist das Risiko für Diabetes groß.
Rund 95 Prozent der geschätzten sechshundert Tausend Österreicher leiden unter Typ-2, nur fünf Prozent unter Typ-1.
Auch Medikamente wie Cortison können zu einem Diabetes führen.
Diagnose
Die Erstdiagnose eines Diabetes mellitus erfolgt häufig über die typischen Symptome erhöhter Blutzuckerspiegel.
Häufiges und nächtliches Wasserlassen,
Vermehrter Durst, Geringer Appetit und Gewichtsverlust,
Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit,
Heißhungerattacken, besonders zu Beginn der Krankheit,
Kopfschmerzen, Schwindel,
Übelkeit, Erbrechen,
Sehstörungen,
Bewusstseinsstörungen.
Beim Typ-1-Diabetes entwickeln sich die Symptome relativ schnell innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen wähend beim Typ-2-Diabetes sich die Symptome meist über einen weit längeren Zeitraum entwickeln und meist nicht so ausgeprägt sind. Allerdings wird durch die Vorsorgeuntersuchung oder im Rahmen z.B. eines Krankenhausaufenthaltes oft ein Diabetes bereits festgestellt bevor Beschwerden auftreten. Die Diagnose wird am besten anhand einer Messung des Nüchternblutzuckers gestellt. Es gelten folgende Werte: Nüchtern-Wert ≥ 126 mg/dl und Nicht-nüchtern Wert ≥ 200 mg/dl.
Wurde die Diagnose "Diabetes" gestellt, werden zusätzlich Augenhintergrund, Nieren- und Blutfettwerte, Nerven, Urin, Blutdruck und Füße kontrolliert, um eventuelle Folgekrankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
Behandlung
Beim Typ-1-Diabetesist eine Behandlung mit Insulin notwendig, weil ein Insulinmangel die Ursache ist. Beim Typ-2-Diabetesist die Basis der Therapie eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung. Ziel ist es, das Gewicht zu normalisieren. Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, werden blutzuckersenkende Medikamente und später auch Insulin gegeben.
Ernährung
Die moderne Diabetes-Ernährung unterscheidet sich kaum von der Ernährung des Gesunden, d.h., dass für den Diabetiker nicht extra gekocht werden muss.
Hinsichtlich der Energiezufuhr gibt es grundsätzlich keine unterschiedlichen Empfehlungen für Diabetiker und Nicht-Diabetiker. Sie sollte so hoch sein, dass ein normales Körpergewicht erreicht bzw. gehalten wird.
Dies ist v.a. für den Typ 2-Diabetiker von entscheidender Bedeutung, da die Wirkung des Insulins mit steigendem Körpergewicht abnimmt. Daher führt in den meisten Fällen eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar Normalisierung der Blutzuckerwerte.
Verteilung der Mahlzeiten
Beim Typ 2-Diabetiker ist in der Regel noch eine geringe Insulinproduktion vorhanden. Werden die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt, reicht dieses Restinsulin häufig aus, um die Kohlenhydratmengen zu verstoffwechseln.
Kohlenhydrate
Keine Angst vor Kohlenhydraten
Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Trotzdem sollten sie nicht aus dem Speiseplan des Diabetikers verschwinden. Ihr Anteil an der Gesamtaufnahme sollte genauso hoch wie beim Gesunden liegen. Es kann aber beispielsweise sinnvoll sein, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten (bis zu 6) aufzuteilen, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Kohlenhydrate werden vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen und erhöhen deshalb in ungleichem Maße die Blutzuckerwerte. Zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten führen zu einem schnellen Blutzuckeranstieg, Kohlenhydrate aus Gemüse und Hülsenfrüchten steigern nur langsam den Blutzucker.
Diabetiker sollten auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel zurückgreifen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Die Kohlenhydratzufuhr sollte wie beim Nicht-Diabetiker etwa 55% der Gesamtzufuhr betragen. Besonders empfehlenswert sind Vollkornprodukte, da sie stark sättigend wirken, den Blutzucker relativ langsam ansteigen lassen und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind!
Zucker
Zucker gehört ebenfalls zu den Kohlenhydraten. Während früher Haushaltszucker (Saccharose) für den Diabetiker tabu war, ist man heute der Meinung, dass kleine Mengen Zucker durchaus für den Diabetiker in Maßen geeignet sind.
Zum Süßen von Getränken eignen sich kalorienfreie Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam).
Spezielle Diätprodukte sind überflüssig, da sie neben einem meist hohen Fett- und Energiegehalt auch unverhältnismäßig teuer sind. Auch die sogenannten Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit) besitzen keinen entscheidenden Vorteil für den Diabetiker. Sie haben sogar Nachteile (sie wirken z.T. abführend und blähend).
Fette
Fette dürfen bis zu 30% der Gesamtaufnahme (ca. 70g Fett pro Tag) ausmachen. Tierische Fette (Butter, Wurst, Käse, Sahne etc.) sollten zum Teil durch pflanzliche Fette oder Öle ersetzt werden.
Alkohol
Geringe Mengen Alkohol wie etwa 1-2 Gläser Wein sind durchaus erlaubt. Zu beachten ist jedoch, dass Alkohol nur zusammen mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten aufgenommen werden sollte, da es sonst zu einer Unterzuckerung kommen kann.
Zimt
Aloe vera, Grapefruit und Zimt können alle drei den Blutzuckerspiegel senken. Die Wirkung der auf dem Markt vorhandenen verschiedenen Zimttabletten ist aber u.a. aufgrund der unterschiedlichen Dosierungen und individuellen Aufnahme nicht sicher vorauszusagen, so dass diese Stoffe nur eingeschränkt zu empfehlen sind und nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Auch ist zu bedenken, dass diese Tabletten sehr teuer sind. Zu empfehlen ist aber, dass Zimt reichlich in der Küche genutzt wird. Die genaue Wirkung von Aloe vera und Grapefruit ist leider noch nicht untersucht und bei der Einnahme von Grapefruit muss besonders die mögliche Wechselwirkung mit verschiedenen Medikamenten beachtet werden.
Unterzuckerung
Sinkt der Blutzuckerwert unter einen bestimmten Wert (unter ca. 60 mg/dl), spricht man von einem Unterzucker. Dies führt zu unterschiedlichen Symptomen (u.a. Zittern, Heißhunger, Schweißausbruch, Unruhe), die v.a. darauf beruhen, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Zucker (Glucose) versorgt wird.
Ein Unterzucker kann nur dann auftreten, wenn man mit Insulin oder Tabletten (oralen Antidiabetika) behandelt wird und es zu einer relativen Überdosierung kommt weil z.B. zu viel der Medikamente eingenommen wurden oder zu wenig gegessen wurde.
Bei einer Unterzuckerung sollten Sie entweder Traubenzucker oder 1 Glas Fruchtsaft zu sich nehmen.
Ziele
Das wichtigste Ziel jeder Diabetes-Therapie ist es, möglichst normale Blutzucker-Werte zu erreichen und extreme Blutzuckerschwankungen (Hypo- oder Hyperglykämien) zu vermeiden. Ferner sollte der HbA1c-Wert ("Blutzuckergedächtnis"), der Aufschluss über die Blutzuckerwerte der letzten 3 Monate gibt, unter 6,5% liegen. Während Unterzuckerungen vorwiegend zu einer Schädigung der Gehirnzellen führen, können zu hohe Blutzuckerwerte eine Vielzahl an Folgeerkrankungen auslösen.
Dazu gehört die Schädigung der kleinen Gefäße an Auge und Nieren, Störung des Temperatur- und Schmerzempfindens vor allem an den Füßen, sowie die Schädigung der großen Gefäße an Beinen, Herz und Gehirn. Daher sollte regelmäßig eine Kontrolle von Füßen, Niere (mittels Urintest) und Augen erfolgen.